Helmut-Kohl-Wanderweg

Pirmasens, im September 2012

Wanderwetter zum Jubiläum

10 Jahre Helmut Kohl Wanderweg gefeiert

Eppenbrunn. Zehn Jahre Helmut Kohl Wanderweg: Anlässlich dieses Jubiläums luden Anita Schäfer, CDU-Bundestagsabgeordnete, die Europa-Union Pirma- sens-Südwestpfalz sowie die CDU-Südwestpfalz zur Wanderung ein. Rund 100 Wanderer fanden sich am Parkplatz Spießweiher ein, um auf den Spuren des einzigen Ehrenbürgers Europas in das französische Roppeviller zu wandern.

Zuvor begrüßte die CDU-Bundestagsabgeordnete alle Anwesenden sowie den Ehren- gast Eduard Oswald. Der Vize-Präsident des Deutschen Bundestages war Bundesmi- nister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau in der von Bundeskanzler Helmut Kohl geführten Regierung. Anita Schäfer freute sich über sein Erscheinen und die zahlreichen Gäste und erinnerte in ihrer Begrüßung an die Einweihung des Weges vor zehn Jahren, an der Helmut-Kohl persönlich teilgenommen hatte. Die Politikerin machte deutlich, dass dieser Weg nach unserem Altkanzler benannt wurde, der den engen Austausch und die Partnerschaft mit unseren französischen Nachbarn nachhaltig gefördert hat. „Helmut Kohl ist es mit zu verdanken, dass der Austausch zwischen beiden Völkern intensiviert wurde, dass aus Bekannten Freunde wurden und aus Fremden Nachbarn“, so die Abgeordnete. Dr. Helmut Kohl habe sich damit auch gro- ße Verdienste um die europäische Einigung erworben. Als ehemaliger Ministerpräsi- dent von Rheinland-Pfalz ist er den Menschen in der Region bis heute eng verbunden.

Anita Schäfer las dann das Grußwort des Altkanzlers vor, bevor sie das Wort an Edu- ard Oswald übergab. Der Vizepräsident des Deutschen Bundestages griff die Idee des vereinigten Europas auf sowie die Verdienste von Helmut Kohl. Wichtig sei ihm, dass Europa im Herzen gelebt werde und nicht nur Gegenstand von Reden sei. Eduard Oswald freute sich auf die Wanderung, weil „man nur dort war, wo man zu Fuß war“. Außerdem seien ihm Gespräche und Begegnungen wichtig, weil diese persönlichen Kontakte mehr wert seien als die digitale Welt. Thomas Iraschko, Bürgermeister von Eppenbrunn, betonte, dass die deutsch- französische Freundschaft mit dem Helmut-Kohl-Wanderweg gelebt werde. Auch Heinz-Günter Best, Vorsitzender der Europa-Union Pirmasens-Südwestpfalz, betonte das grenzenlose Miteinander von Deutschen und Franzosen.

Bei gutem Wanderwetter wanderten die Gäste nach Roppeviller: Einige nutzten den Weg entlang der Altschloßfelsen; die anderen nahmen den flacheren Weg ins elsässi- sche Roppeviller. Dort wartete bereits Bürgermeister René Braunecker und begrüßte die Gäste. Der Helmut Kohl Wanderweg sei ein Band, das die Freundschaft zwischen Deutschen und Franzosen zusammen halte. Dem schloss sich Eduard Oswald an, in- dem er davon sprach, dass das deutsch-französische Miteinander nicht vom Himmel gefallen sei, sondern von Menschen gelebt werde.

23. September 2012

Dr. Helmut Kohl
Bundeskanzler a.D.

Grußwort zur Jubiläumswanderung anlässlich 10 Jahre Helmut-Kohl-Wanderweg

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde! Ich freue mich, dass Sie heute Vormittag hier in Eppenbrunn auf Einladung Ihrer Bundestagsabgeordneten Anita Schäfer gemeinsam mit der CDU Südwestpfalz und dem Europa-Union Kreisverband Pirmasens-Südwestpfalz zur Jubiläums-wanderung zusammengekommen sind, um einmal mehr gemeinsam von Deutschland nach Frankreich zu wandern. Ich bedauere, dass ich aus termin-lichen Gründen nicht dabei sein kann. Umso mehr freue ich mich, dass mein alter Kabinettskollege Eduard Oswald, heute Vizepräsident des Deutschen Bundestags, hier bei Ihnen ist.

Ich erinnere mich gut an den Tag, als wir hier vor zehn Jahren diesen Wanderweg eingeweiht haben, der meinen Namen trägt. Ich erinnere mich auch gut daran, dass ich damals - sinngemäß - gesagt habe: ,,Der Weg ist ein Symbol für die europäische Einigung. Er steht dafür, dass trotz mancher Schwierigkeiten, die es noch zu überwinden gilt, und trotz notwendiger Pausen sich der Weg lohnt, wenn man das Ziel vor Augen hat."

Meine Damen und Herren, was ich vor zehn Jahren gesagt habe, gilt gerade und erst recht auch heute in einer Zeit, in der Europa in echten Schwierigkeiten ist. Ich gebe zu, auch mir macht die Krise Sorge, das muss angesichts der Größe der Aufgabe auch so sein. Aber mir ist auch bewusst: Die Herausforderungen, vor denen wir in Europa stehen, sind lösbar. Die Fehler, die gemacht wurden,
insbesondere indem die Stabilität im Euro-Raum sträflich und gegen alle Regeln vernachlässigt wurde, sind heilbar. Das alles wird mehr kosten, als es gekostet hätte, wenn sich alle an die Regeln gehalten hätten. Das ist wahr, aber das ist jetzt nicht mehr zu ändern. So ärgerlich manches ist: Jetzt müssen wir nach vorne schauen. Wir müssen den Weg, der an sich richtig ist, gemeinsam weiter gehen und die Krise in Europa also gemeinsam bewältigen. Das Ziel haben wir vor Augen, es lohnt alle Anstrengungen, es heißt Europa.

Meine Damen und Herren, wer weiß besser als die Menschen in den euro-päischen Grenzregionen - besser als Sie hier, nur wenige Meter von Frankreich entfernt: Wir wollen nie wieder Krieg, wir wollen das gemeinsame, geeinte Europa, in dem wir Deutschen und Franzosen jeweils Deutsche und Franzosen bleiben und zugleich aber alle auch Europäer sind.

Ich halte an der Vision der Gründerväter Europas fest, sie war immer und bleibt auch meine Vision: Es ist die Vision des geeinten Europas, das heißt eines immer engeren Miteinanders auf unserem Kontinent.

Meine Damen und Herren, es gibt keine lohnendere Aufgabe, als diese Vision umzusetzen und auf dem Weg zum geeinten Europa weiter mit Mut und Zuversicht, mit Kraft und Ausdauer voranzugehen - für uns selbst und vor allem für unsere Kinder und Enkelkinder.

Hierzu lade ich Sie alle ein, und in diesem Sinne wünsche ich Ihnen jetzt eine gute Wanderung auf Ihrem Weg von Deutschland nach Frankreich, viele gute Gedanken und viele gute Gespräche.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr

Helmut Kohl Unterschrift