Katastrophenschutz wird verbessert

Pirmasens. Die Bundestagsabgeordnete Anita Schäfer (CDU) zieht aus den Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen Schlüsse für den Katastrophenschutz und erläutert verschiedene Maßnahmen, welche die Bundesregierung derzeit plant bzw. bereits umsetzt.

„Die schlimmen Hochwasser in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen haben gezeigt, dass der Katastrophenschutz in Deutschland wieder gestärkt werden muss. Es ist gut, dass der Staat den Betroffenen schnelle und unbürokratische Hilfe zugesagt hat. THW, Feuerwehr, DRK und andere Hilfskräfte waren und sind vor Ort und leisten große Hilfe“, betont Anita Schäfer.

Die CDU-Politikerin fährt fort: „Nun, da die Pegel sinken, ist die Zeit gekommen, über Reformen und Lehren nachzudenken. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe muss eine zentralere Koordinierungsfunktion einnehmen. Zugleich muss aber klar bleiben, dass die Katastrophenhilfe in erster Linie eine Verantwortung der Bundesländer und Kommunen ist. Diese können am effektivsten vor Ort entscheiden und organisieren.

Dass es ein Cell-Broadcast-System geben wird, welches alle Besitzer eines Mobiltelefons in einem gefährdeten Gebiet per Massen-SMS einschließlich Warnton warnt, ist ein Fortschritt. Gut, dass der neue Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), mein ehemaliger CDU-Bundestagskollege Armin Schuster, bereits im Frühjahr dazu eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben hatte. Digitale Warnungen sind aus meiner Sicht allerdings nicht ausreichend, um die Bevölkerung hinreichend vor Notsituationen zu alarmieren. Bei Unwettern sind diese nicht zuverlässig genug: bei Stromausfall funktioniert das WLAN und somit bei vielen auch die Warn-App nicht mehr, zudem können bei Hochwasser Mobilfunkmasten weggeschwemmt werden, womit sowohl Warn-Apps als auch Cell-Broadcasting nicht mehr funktionieren würden. Selbst wenn die Warn-SMS mit einem Signalton versehen ist, hilft diese nicht, wenn das Handy nachts ausgeschaltet ist bzw. in einem anderen Raum liegt. Auch muss man bedenken, dass nicht jeder ein Mobiltelefon besitzt.

Aus diesem Grund stimme ich BBK-Präsident Schuster zu, dass wir bei der Katastrophenwarnung mehrgleisig fahren und zusätzlich die Sirenen wieder aufgebaut werden müssen. Dass wir über ein Bundeswarnkataster die noch bestehenden Sirenen erfassen und so den Mangel sichtbar machen, ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg dorthin. Die im Frühjahr bereitgestellten 90 Millionen Euro zur Nachrüstung werden voraussichtlich erhöht werden müssen.

Ganz zentral wird aber die Frage sein, wie wir die Koordinierung der verantwortlichen Stellen in Kommunen und Ländern verbessern und wie Warnungen etwa über den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk noch besser kommuniziert werden können. Behörden und Bevölkerung müssen sensibilisiert werden. Vor diesem Hintergrund möchte ich auch noch einmal an die Konzeption Zivile Verteidigung erinnern, welche vor fünf Jahren durch das Bundesministerium des Innern und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe vorgestellt wurde. Bürgern wird darin unter anderem geraten, Wasser, Kerzen, Streichhölzer, Medikamente und haltbare Lebensmittel für zehn Tage auf Vorrat zu halten, während Infrastruktur geschützt und staatliche Stellen im Katastrophenfall schnell einsatzbereit und handlungsfähig sein sollen. Vielleicht ist es an der Zeit zu prüfen, inwieweit der Staat seine in der Konzeption selbst gesteckten Ziele in den vergangenen fünf Jahren erreicht hat und wo Nachholbedarf besteht.“

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